Atmosphärischer Vampyr animamundiloveletterconteXt
....als die Morgensonne verstummte wurden wir zu Nichts. Wir zerfielen zu Staub, eh wir uns versahen. Wir begruben unser selbst und entstiegen unseren Gräbern auf den Flügeln unser gewogenen Herzen. Ein blaues Licht entströmte uns in diesem Augenblick.
Als wir die unteren Ebenen durchwandert hatten, aßen wir unser Herz. Als wir satt waren, gaben wir den Rest den Hunden. Aus den Knochen wurden Instrumente hergestellt, eine Schädeltrommel und eine Schlüsselbeinflöte; sie spielten einzig unser Lied.
....als die Morgensonne verstummte, der Mittag sich verbrannte, der kühlende Abend sich neigte und wir auferstanden, erkannten wir uns im Äther schwebend, das All belebend, von Herzen bebend, denn wir wußten nichts mehr wie zuvor...
....erkenntlich flogen wir, jedoch ohne daß uns jemals jemand sah. Der Wind wehte uns fort. Die Stimmen unserer Ahnen verklungen. Der Sand zerrann im Glas, welches zersprang.
Niemand hat uns jemals gekannt, noch nicht einmal wir selbst hatten uns begriffen. ....als wir begreifen wollten, starben wir von dannen, denn der Grund ist der Anlaß des Vergehens.
Natürlich kreatürlich entwarfen wir Ebene um Ebene, Plan um Plan um doch bloß nicht zu sein, so wie wir waren, so nackt und unscheinbar, angreifbar.
Deshalb starben wir und starben wir. Begrifflichkeiten der Unvereinbarkeit in Liebe sich einverleibend, den Gezeiten zum Trotz sich verbreitend, im Scheitern entgleitend in ungeahnten Weiten um endlich zu begreifen.
Ist das Leben so ewig!? Im Anlaß zu bleiben, sich nicht zu entscheiden?
...aber der Klang der Flöte verwehte, der Mensch verblödete und starb ungewogenen Herzens.
Nur deshalb noch leidet er. Nur deshalb noch opfert er sich DIR, atmosphärischer Vampyr.
Deshalb nun wiege ich dein Herz. In der Morgensonne, wenn es zu Staub zerfällt. Dann wird es unbedeutend sein, es wird nichts mehr wiegen, denn die Asche ist im Wind des Vergessens vertreut in alle Ewigkeit, wo deine Suche ein Ende hat.
Deine Sehnsucht ist erloschen, denn sie zerstreute sich in der Weite des Alls. Deine leise Melodie verklang ein Leben lang. Deine Geschichten verliefen sich im traumlosen Schlaf, deine Farben sind verblaßt, als die Morgensonne kam...
...sie kam und verstummte als sie den Tag in zwei Hälften brach. ...sie verflog auf den Flügeln ihres gewogenen Herzens.
Gustav Ganz, 2006-02-26
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